Japan (Kanazawa) //日本 (金沢)

The Kanazawa Castle (金沢城 ) which was built in the 16th century is an impressive historical heritage in Kanazawa...

Anfang 2014 habe ich für ein paar Wochen in Japan gelebt. Der Plan war gewesen, vier Monate bei meinem – damaligen – Freund in Kanazawa zu leben, wo er arbeitete, japanisch zu lernen und in eine ganz neue Kultur einzutauchen. Der Plan ging nicht auf. Nach drei Wochen machten wir – relativ dramatisch, wie das so ist Anfang 20 am anderen Ende der Welt – Schluss.

Doch in Japan habe ich nicht nur gemerkt, dass Pläne gehörig schief gehen können, sondern auch, dass ich ein 1-A-Krisenmanagement habe. Innerhalb von einem Monat lernte ich Taiwan kennen und verliebte mich in Land und Leute, fand Freunde auf Okinawa, erlebte mit ihnen einen spontanen Road Trip um die Insel und traf Backpacker aus aller Welt und reisende Seelenverwandte in Hong Kong.

Aber mit all dem rechnete ich nicht, als ich mich im kalten Japan einnistete und Fuß zu fassen versuchte. Ich hatte im Grunde auch nicht damit gerechnet, nach Japan zu ziehen. Doch Japan erschien mir ein gutes Land zu sein, um irgendwie plötzlich unerwartet irgendwo zu landen, denn Japan war und ist für mich unglaublich beeindruckend.

In front of Osaka castle in September...

Direkt nach meiner Ankunft schrieb ich: „Ich habe mich noch nicht ganz daran gewöhnt, dass ich einen genau gegensätzlichen Tagesablauf zu meinen Freundinnen und Freunden daheim habe; dass ich hier an einem Ort lebe, an dem alles anders ist. Alles. Angefangen mit dem Aussehen aller – und mir. Damals in der Türkei fand man, dass ich noch durchaus als hübscher türkischer Mischling durchgehen könne und in Polen wurde ich ohnehin ständig für eine Polin gehalten. Hier sieht man mich an und weiß – ich komme von woanders, von weit weg, her. Das ist eine neue, aber durchaus interessante Erfahrung. Vor allem, weil das augenscheinliche Ausländerin-Sein für mich auch viele Vorteile bringt. Und gerade deshalb ist Japan ein gutes Land zum ungeplanten Sein.

DSC02959
In der Nähe von Kyoto (oh wow, ich war so jung! 😉 )

Ich versuche, einige meiner Erfahrungen zu bündeln und in zwei unterschiedlichen Rubriken – Kultur und Menschen – bereit zu stellen.

In der Rubrik Kultur geht es um all die großen und kleinen Dinge, die mir tagtäglich über den Weg laufen und die ich für erwähnenswert halte. Das sind manchmal die scheinbar banalsten Sachen.

In der Rubrik Land und Leute dahingegen geht es um Zwischenmenschliches, um Gastfreundschaft, um Bekanntschaften und um die Beschaffenheit des Landes, das Wetter, die Schönheit der Berge, Parks und Tempel – allerdings nicht um Reiserei.

DSC03548